Tag 5 – man kann den Ceüse (zumindest den Kleinen) auch zu Fuß erklimmen

Heute kündigt sich der Tag ebenfalls blau – wie gestern – an. Im Briefing wird das auch klar bestätigt. Daher planen wir für heute eine Flugpause.

Burghard und ich gehen einkaufen für ein fürstliches Abendmahl (Rumpsteak mit Salat) und Herry ruht derweil aus.

Nach Einkauf und ausgedehnter Mittagspause fahren wir dann zum Parkplatz am kleinen Ceüse (kurz hinter Sigoyer). Alleine diese Fahrt hätte mir eigentlich schon genügt bei meiner Höhenangst. Ich will gar nicht so genau wissen, wie weit es neben der Straße (wenn man diesen anderthalbautobreiten Weg so bezeichnen möchte) nach unten gegangen ist.

Am Parkplatz angekommen wird in das entsprechende Schuhwerk gewechselt und wir beginnen die etwas über 300 Höhenmeter anzugehen. Für die Mühen der Fahrt und der Wanderung werden wir wirklich von traumhaften Ausblicken auf die Ecrains, den großen Ceüse, den Parcours, den Pic de Bure und so viele andere Berge entschädigt, dass ich eine Weile vergesse, dass es neben dem Wanderweg ebenfalls steil in den Abgrund geht.

Immer wieder hören und sehen wir eine nach der anderen Pilatus Porter die wagemutigen Fallschirmspringer in den Himmel bringen; entdecken auch immer mal wieder Segelflugzeuge und über dem Lac de Pelleautier sogar eine Rotorwolke. Vielleicht wäre es doch nicht schlecht gewesen zu fliegen heute.

Nach gut etwas über einer Stunde sind wir oben. Ich bleibe am Gipfel etwas zurück und schone meine Höhenangst, während Herry und Burghard noch weiter gehen.

Auf dem Rückweg sehen wir über dem Tal und Richtung Osten über dem Parcour Cumuli stehen und weiter im Osten sogar eine rechte große Lenticularis – ach ja – schauen wir einfach mal, was der morgige Tag bringen wird und geniessen das wunderbare Abendessen.

Gute Nacht Deutschland – schlaft alle gut – bis Morgen

Euer Jürgen

 

Von Süden beschienene Berghänge, von Norden kommender Wind

Nachdem am Vortag Burghard und Herry miteinander geflogen sind und Burghard pausieren möchte, fliegen heute Herry und ich. Nach dem Frühstück ging es zum Briefing. Dort wurde im Grunde nur bestätigt, was Morgens schon absehbar war. Es ist so trocken, dass sich keine Cumulus bilden und es blau bleiben wird.

Also werden wir auch nicht früh starten. Ich nutze die Zeit, um noch mal eine ausgiebige Sitzprobe im Duo Discus zu machen und bringe den Flieger danach an den Start.

Wir gehen als letzter F-Schlepp raus. Der Schlepp verläuft weitgehend ruhig; ein paar kleinere Turbulenzen; am Malaup klinke ich auf ca. 1700 Meter aus und steige weiter auf 1900 Meter AMSL. Wir fliegen den Malaup weiter Richtung Westen ab. DIe Hänge sind wunderbar beschienen und an einer Stelle, wo es gestern noch wunderbar ging, kommen wir in einheftiges Lee und finden uns in 1200 Meter unterhalb des Grates wieder.

Wir finden keinen Anschluss mehr und Herry schmeisst den Motor. Wir haben zwar einen wunderbaren Ausblick auf den Flugplatz von La Motte, wollen dort aber nicht wirklich landen müssen.

Auf 1500 Meter – über dem Gipfel machen wir den Motor aus und versuchen erneut unser Glück. Aber es geht einfach nicht. Gleiches Ergebnis wie zuvor. Wir wären vielleicht besser noch ein paar hundert Meter mit dem Motor gestiegen. Also – nochmal Motor an und steigen. Diesmal bis knapp 1600 Meter. Motor aus und mit Anschluss bis auf 1700 Meter und anschließend mit 3 bis 4 m/s bis auf 2000.

Es tummeln sich heute – für meine Verhältnisse – viele Flugzeuge am und um den Malaup. Teilweise kreisen wir mit 4 bis 5 anderen Flugzeugen. Die Thermik ist eng und turbulent. Aber auf der Höhe macht es jetzt auch wieder richtig Spaß…..

Nach verschiedenen kleinen Bärten und suche nach etwas Stärkerem finden wir dann auch einen Bart, der eng geflogen kontinuierliches Steigen bringt und uns bis auf 2500 Meter hinauf schießt. Na geht doch!!

Wir beschließen, das Tal zu queren und zum kleinen „Ceuse“ rüber zu fliegen. Die Aussicht Richtung Norden auf den Pic de Bure ist grandios bei der heute klaren Luft. Da hier aber auch nichts bis gar nichts geht, fliegen wir zurück und gleiten die Höhe gemütlich südöstlich des Platzes ab, landen in Richtung 20 und kommen kurz vor dem Stellplatz des Duo zum Stehen.

Ein anstrengender, schöner und vor allem sehr lehrreicher Flug……

Danke Herry………

 

GAP (Südfrankreich) – das erste Mal auf 4000 Meter – über den Westalpen

Bereits am Samstag startete mein Urlaub mit einem Besuch auf der Aero in Friedrichshafen- Schon beeindruckend so viele Flugzeuge und vor allem Segelflieger verschiedenster Hersteller auf einem Fleck zu sehen. Abends bin ich dann noch bis Chur in der Schweiz weitergefahren, habe dort übernachtet und bin Sonntag über Mailand gemütlich nach Gap weitergefahren – kam also Sonntag gegen späten Nachmittag dort an, um Heribert und Burghard zu treffen, mit denen ich die nächsten tage hier verleben werde.
11.04.2017 – das erste Mail auf 4000 Meter AMSL – atemberaubend
Nach der gestrigen kurzen Platzrunde, wollten wir heute auf jeden Fall weiter in die Berge. Laut Phillipp Tarade’s morgendlichem Briefing sollten von Nordwest Cirren hereinziehen. Mal sehen, in wie weit diese Abdeckung heute ein Problem darstellen wird.
Wie gestern auch, bin ich heute mit Burghard geflogen. Der F-Schlepp verlief entspannter als gestern (da sind wir an einer Regenfront entlang und es war schon recht turbulent) wieder zum Maloup. Dort haben wir auf 1000 Meter über Platz ausgeklinkt und wie gestern auch erst ein wenig zu kämpfen gehabt, um Höhe zu machen.
Von dort sind wir zum „Parken“ zum „Parcour“ (Region zwischen der Durance und den Südausläufern der Alpen) geflogen und haben abgewartet, wie sich die Abschirmung entwickelt. Nach deren Auflösung sind wir weiter Richtung Osten geflogen (auf ca. 2700 Meter AMSL) bis zur Dormiuse, wo wir so guten Anschluss an die wunderbar aufgebaute Wolkenthermik gefunden haben, dass wir teilweise Steigwerte integriert von mehr als 4 m/s ausfliegen konnten. Somit waren wir schnell im Band zwischen 3000 und 3500 Meter.
 Von der Dormiuse ging es dann weiter Richtung Norden – hierbei überquerten wir das „Barcellonette“-Tal und erreichten den Grand Bernard – immer noch weit über 3000 Meter.
Von dort ging es wieder Richtung Osten, wo das „Barcellonette“-Tal an der italienischen Grenze endet. Hier hatten wir einen wunderbaren Blick nach Italien. Das Gelände fällt in diese Richtung schroff in die Po-Ebene ab. Hätte das gute Wetter auch diesen Bereich erwischt, wäre eine Aussicht bis Turin kein Problem gewesen.
Wir haben uns entschlossen weiter dem schönen Wetter Richtung Norden nachzufliegen. Die Wolkenbasis stieg hier bis auf 4000 Meter an, die wir auch problemlos mit dem Duo erreichten.
Hier bot sich bei kristallklarer Luft ein atemberaubender Blick bis zum Mont Blanc; schneebedeckte Berggipfel und -hänge soweit das Auge reichte.
Richtung Westen ging es von dort weiter zurück Richtung Gap. Am Horizont war deutlich die im Westen an den Bergen aufstauende und teils aufliegende Bewölkung zu erkennen. Wir passierten dann im Grunde im dauerhaften Geradeausflug unter Anderem den Guillaume, Piolit und weitere Südausläufer der Ecrins bis wir schließlich auf Gipfelhöhe den Pic de Bure (2709m) erreichten und quasi auf dessen Gipfelebene hinabschauen konnten.
Die verbleibende Höhe sind wir dann in der Umgebung des Flugplatzes abgeflogen und nach knapp dreieinhalb Stunden glücklich und beeindruckt von dieser überwältigenden Bergwelt gelandet.
Gute Nacht Deutschland – schlaft alle gut – ich für meinen Teil bin heute voll geflasht und wünsche Euch eine megatolle Woche – Euer Jürgen

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Gute Nacht – und bis demnächst

Tag 18 – letzter Flugtag in Neresheim – Wehmut und Freude mischen sich zu einem ganz eigenen Cocktail

Ich komme gerade vom Flugplatz nach Hause, von einem wunderschönen Abend(-essen) mit neu gewonnen Freunden – wenn ich das so sagen darf.

Es mischt sich Wehmut mit Freude, Dankbarkeit und einem Gefühl von „erster Ernte“. Ernte dessen, was ich in den vergangenen zwei Jahren an Kraft und Zeit investiert habe, meinen beiden Kindern auch vielleicht „zugemutet“ habe, wegen der vielen Tage, die ich auf dem Flugplatz verbracht habe. Diese Zeit hat meine Welt verändert! Wie – das ist sehr schwer zu beschreiben.

Aber der Reihe nach.

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Fliegerisch war heute als Ziel Albstadt angepeilt. Der Plan war: „Oben bleiben!“. Hat auch „fast“ geklappt! J Bis Münsingen konnte ich im oberen Band zwischen 1500 und 2000 Meter bleiben – ganz alleine. Über Heidenheim an der Brenz, Gerstetten und Laichingen ging es Richtung Südwest; an Münsingen vorbei. Hier war ich das erste Mal unter 700 über Grund. Wir klingelte im Ohr, was Frank mal gesagt hat. „Hier bin ich zweimal abgesoffen – da geht es oft nicht gut“; so auch heute. Ob es meine mangelnde Erfahrung oder das Wetter war – ich weiß es nicht. Auf knapp 900 Meter über Grund hab ich es noch mal geschafft – es war sehr zäh und in der Höhe sehr bockig. Dann entschied ich, dass die im Süden stehende Wolkenstraße die Rettung sein sollte. Wie sich herausstellte keine gute Entscheidung. Bei Hayingen habe ich sehr schnell 250 Meter verloren. Richtung Riedlingen ging es fast genau so weiter. Ein Regenschauer, den ich nicht habe kommen sehen, gibt mir den Rest und ich lange in Riedlingen. Zweieinhalb Stunden nach dem Start und nach etwas mehr als 115 Meter bin ich unten – wieder einen neuen Flugplatz kennenlernen.

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Die Leute dort sind sehr nett und keine halbe Stunde später bin ich wieder in der Luft – Kurs Aalen! Ich kurbele mich nach dem Ausklinken auf 2200 Meter AMSL. Im Geradeausflug ist immer wieder ordentliches Steigen unter der Basis und ich komme zügig voran.

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Nördlich von Ulm nehme ich nochmal 200 Meter mit. Das reicht gerade bis Aalen – aber unterwegs kommt bestimmt noch was. Kurz vor Heidenheim wird es mit der Höhe nochmal knapp, aber der dort stehende Bart bringt mir mit 700 Meter über Flugplatz Aalen die sichere Heimkehr. Also verwundert es auch nicht, dass bei Nattheim ein wundervoller Bart nochmal 800 Meter Höhengewinn mit integrierten Steigwerten von über 2,5 m/s bringt. Jetzt ist alles nur noch purer Genuss. Ich fliege noch etwas weiter nach Osten – noch ein Bart mit 4 weiteren Flugzeugen und einmal sogar ein Paraglider. Ich schaue mir Neresheim von oben an und mache sogar Fotos.

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Das ist der würdige Abschluss meiner Zeit hier. Ich fliege den Platz an und lande lang.

Kurz darauf ist auch Felix zurück, der mir immer so toll geholfen hat – zusammen mit seinem Papa. Flieger vorm Anhänger abstellen, waschen, abbauen, Hänger ein letztes zu und abschließen. Morgen geht der Discus wieder in seine Heimat zurück. Ich hatte eine ganz tolle Zeit mit ihm.

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Zum Abendessen bin ich mit meinen neuen Freunden in der Flugplatzgaststättenferienwohnung. Ein wundervoller Abend und ein wehmütiger Abschied.

Aber ich freue mich jetzt auch, Morgen mein großes Kind und übermorgen mein kleines Kind wieder zu sehen. Manchmal muss man einfach eine Weile getrennte Wege gehen, um zu erkennen, dass es schön ist, noch eine ganze Weile gemeinsame Wege zu gehen.

Ich könnte jetzt noch endlos weiterschreiben, so viel ist noch in meinem Kopf und in meinem Herz drin, aber ich möchte einfach zum Abschluss dieser traumhaften Zeit einfach nur Danke sagen,

Danke an meine beiden Kinder, dass sie das Alles so mittragen, was Ihr Papa da macht……

Danke meinen Fluglehrern, für die Geduld und Ruhe, mit der sie mich zu meinem Pilotenschein gebracht haben……

Danke Heribert, dass Du mich auf diesen Lehrgang aufmerksam gemacht hast, mit mir geflogen bist, mir so Vieles gezeigt und beigebracht hast und mir auch das Gefühl gegeben hast, dass ich dann auch im Einsitzer losziehen kann……

Danke an die tolle Truppe des Apus e.V. für die Unterstützung und tolle Aufnahme in der Zeit nach dem Lehrgang…… Ihr werdet mir fehlen — ich freu mich jetzt schon auf die nächsten Fliegerurlaube mit Euch……

So – nach nunmehr 18 Tagen in Neresheim, 2094 geflogenen Kilometern und fast 39 Stunden im Flugzeug, schließe ich diese Episode meines Fliegerlebens……

Seid versichert – sobald es etwas zu berichten gibt, werde ich wieder schreiben…… das ist keine Drohung, sondern ein Versprechen……

Bis dahin, Schlaf gut und friedlich Deutschland – bleibt gesund und strebt danach, Eure Träume Realität werden zu lassen – dafür lohnt sich Kraft und Zeit aufzubringen – gute Nacht und bis demnächst

Tag 17 – Flugpause

Den Tag heute lasse ich langsam angehen. Es ist heute Pausentag. Außerdem regnet es und die Pause wird mir gut tun. Wäsche zusammensammeln und Wasche anmachen.

Gegen späten Vormittag fahre ich dann zum Platz. Herry hat am Duo was zu reparieren und ich will ich Haube vom Discus außen und innen ordentlich sauber machen.

Ich bin gerade fertig, da kommt ein Gewitter reingezogen….. Ja! Der Tag heute ist in vielerlei Hinsicht der richtige Tag zum Pausieren.

Als ich wieder zurück bin und auf der Couch liegend fernsehe, schlafe ich ein und werde erst am späten Nachmittag wieder wach. Ich packe schon mal ein paar Sachen zusammen, schaue die Wetterprognosen für morgen an, studiere die Karte nochmal und gehe noch essen.

So – das war glaube ich der kürzeste Bericht. Morgen soll das Wetter gut werden – womöglich kommt dann wieder mehr.

Schlaf gut und friedlich Deutschland – gute Nacht – bis Morgen

Tag 16 – zwei Starts, aber einer davon in Blaubeuren

Ich komme am Flugplatz an und es stehen schon über 10  Flieger am Start. Wahnsinn – aber ok, es ist Samstag und sicher sind eine Menge  Einheimische heute auch da. Also spute ich mich, fahre zum Anhänger. Rumpf raus  und systematisch aber zügig aufgebaut und Flieger zum Start gezogen. Ich reihe  mich beim Duo der schon da steht und die Reihe ein. Mal sehen, was heute der  Plan ist.

Der Duo will nach Albstadt und zum Klippeneck. Felix in der  ASW 19 und ich wollen Team fliegen und auch erstmal Albstadt ansteuern. Also  rauf mit der Schleppmaschine – Höhe machen und auf die ASW 19 warten. Als ich  oben bin, fliege ich schon mal die nächste Wolke in Flugrichtung an. Felix und ich werden uns schon finden – (haben wir dann aber nicht wirklich….).

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Ich fliege Richtung Heidenheim in 1500 Meter AMSL ab, finde  nur schwer tragende Linien und auch keine Thermik, obwohl es am Himmel gut  aussieht. Was ist da denn los heute? Bei Heidenheim angekommen habe ich noch  500 Meter über Grund und drehe den Platz in Giengen an der Brenz rein. Den  erreiche ich noch gut. Auf nicht ganz halben Weg dahin endlich ein Bart und  wieder hoch auf fast 1500 Meter AMSL. Also geht ich wieder auf Kurs Albstadt.  Fliege die A7 entlang, aber es geht weiter wie beim ersten Mal. Ich verliere  für die Strecke viel zu viel Höhe. Südöstlich von Langenau dann der Tiefpunkt  des heutigen Fluges. Bei 300 Meter über Grund halte ich Ausschau nach Außenlandemöglichkeiten.  Davon sind genügend da. Etwas weiter im Süden sehe ich ein Fabrikgelände. Auch  da ein geeignetes Feld. Das Gelände liegt voll in der Sonne. Wenn nochmal was  geht, dann da. Also fliege ich dahin. Mit etwas mehr als 200 Meter komme ich  dort an und wie mit einer gewaltigen Faust haut es die rechte Fläche hoch und das Vario geht auf Vollanschlag.

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Ich kreise ein. Es geht runter. Im nächsten  Halbkreis wieder heftig rauf. Aber in Summe steige ich. Ich werde innerlich  ganz ruhig. „Jürgen, jetzt Ruhe bewahren. Aufmerksam sein. Sauber fliegen!  Außenlandeoption als Plan B im Auge behalten!“ Der Bart bockt derart, dass ich  mich richtig durchgeschüttelt fühle, aber er geht hoch. 17 Minuten kämpfe ich  dort mit der Thermik. Es wird erst im letzten Drittel nach oben etwas  angenehmer. Nach 1000 Meter Höhengewinn ist das Steigen fast weg. Aber ich habe  jetzt erstmal Luft zum Durchatmen. Trinke – Entspanne! Das hat viel Energie  gekostet. Ich gehe wieder auf Kurs Albstadt. Auf halber Strecke Richtung Ulm  finde ich endlich mal eine tragende Linie und komme mal etwa 5 Kilometer ohne  Höhenverlust voran. Aber kein Steigen, bei dem sich das Einkreisen lohnen  würde. Außerdem bin ich immer noch 1500 Meter hoch. Das sin dort über Grund immerhin fast 900 Meter. Aber dann geht es auch schon wieder heftig runter und  die Alb steigt auch noch weiter an. Schlechte Kombination! Nördlich von Blaustein bin sind zwischen mir und dem Boden nur noch 500 Meter.

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Nach  Blaubeuren sind es jetzt noch etwa 5 Kilometer. Das erreiche ich gut. Also Kurs Blaubeuren. Es kommt nochmal eine heftige Saufstrecke. Ich funke Blaubeuren an und bekomme zügig Antwort zur Landerichtung 28. Dachte ich mir schon – ich weiß ja, wo der Wind herkommt. Ich überfliege den Platz einmal und stelle fest, dass er in Landerichtung ziemlich abfällt. Fahrwerk raus und in den rechten Gegenanflug. Queranflug über den Ort und – uiiihhhh – der Platz fällt nicht nur in Landerichtung, er hat auch noch ein Gefälle nach rechts weg. Also fliege ich lang rein, da der Platz in der hinteren Hälfte gerade erscheint. Ich stehe!

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Der Platz funkt mich an und fragt nach meinem Flugzeugtyp – sie bringen einen passenden Kuller mit. Was ein Service. Als die beiden Abholer aussteigen, kommt gleich die Frage, ob der Flieger, der hinter mir gelandet ist, auch aus Aalen komme und zu mir gehören würde. Ich habe gar nicht mitbekommen, dass noch ein Flieger rein kam. Ich werde zum F-Schleppstart gezogen und als wir über den kleinen Buckel kommen, sehe ich, dass die „India Hotel“ da steht. Frank ist da! Bin ich wenigstens nicht ganz alleine hier.

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Wir erledigen die Formalitäten, sprechen über unsere Flüge  und trinken in Ruhe was, bevor uns dann gegen halb vier zum Start begeben und  auf den Heimweg machen.

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Ich merke so richtig, dass die letzten beiden Wochen so viel Neues, soviel Erlebtes, soviel Aufregendes gebracht haben und ich gar keine Zeit zum inne halten gefunden oder – um ehrlich zu sein – ich mir dafür gar keine Zeit genommen habe. Ich möchte jetzt nur noch stressfrei zum Flugplatz nach Aalen zurück. Deshalb lasse ich mich auch 1000 Meter über den Platz schleppen. 300 Meter kurbele ich mich dann selbst noch hoch und habe mit 2000 Meter AMSL ausreichend Höhe, um nach die restlichen 45 km nach Aalen zu kommen. Unterwegs säuft es immer wieder. Es ist auch recht bockig, aber ich finde auch immer wieder mal tragende Linien und komme sicher in Aalen an. 33 Minuten für über 50 Kilometer. Das macht glaube ich sehr deutlich, dass ich nur noch Heim
wollte.

Egal wie das Wetter morgen wird, ich werde auf jeden Fall eine Pause machen. Mein Kopf braucht das jetzt.

Fazit: Es war eine aufregende Erfahrung heute alleine auf mich gestellt, dieses Abenteuer zu bestehen. Blaubeuren hat einen wunderschönen Platz und sehr nette und hilfsbereite Menschen dort. Es ist schön, nicht alleine auf einem fremden Platz zu stranden. Und wenn es sein muss, kann ich auch mal schnell heimfliegen.

Fazit 2: Wenn man in so kurzer Zeit, so viel Neues und Aufregendes erlebt, dann ist es wichtig, sich auch eine Ruhepause zu gönnen und den Kopf das Erlebte verarbeiten und resümieren zu lassen. Das habe ich nicht getan – wäre aber dringend dran gewesen. Also hab ich heute nicht nur fliegerisch eine Menge dazu gelernt, sondern auf meine alten Tage auch noch etwas, was nicht nur beim Fliegen gilt.

Fazit 3: Ich bin nicht zu doof oder gar unfähig zu fliegen.  Auch Andere, die schon mehr Flugerfahrung haben, hatten heute so Ihre Schwierigkeiten. Also – weiter machen!!!

Schlaf gut und friedlich Deutschland – gute Nacht – mal sehen, was der morgige Tag bringt

 

P.S.: Ihr dürft gerne Fragen zu meinen Berichten oder zu
Dingen, die unklar oder unverständlich sind, stellen. Sowohl in Facebook als
auch in Blog werde ich dieser gerne beantworten. Über Kommentare und
Anmerkungen jedweder Art freue ich mich auch sehr.

Tag 15 – zwei Starts und es war wohl mehr drin

Als ich heute Morgen aus der Wohnung raus schaue, fällt mir sofort Herrys Spruch ein. „Das Wetter ist hier immer besser, als vorausgesagt“. Die angekündigte morgendliche Abdeckung fehlt und es sind schon Quellwolken da. Also nichts wie fertig machen und ab zum Platz.

Aufbau, an den Start, ….. das kennt Ihr ja schon Alles.  Die ASW 19 steht vor mir in der Startreihe und später kommt auch noch der Duo dazu. Wir beschließen wieder gemeinsam zufliegen. Richtung Albstadt ist der Plan – dann mal weitersehen. Für mich kam es dazu aber heute nicht.  800 Meter über Platz raus ausklinken und auf 1600 Meter AMSL hochkurbeln.

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Soweit war alles prima. Der Wind heute ist stärker als all die Tage zuvor und die Thermik zentrieren fällt schwerer. Als der Duo dann auch da ist, geht der Abflug Richtung Südwesten die Alb entlang.  Diesmal bin ich in der Mitte und habe komfortabel Höhe. Bis Heidesheim läuft es auch gut. Wenig Höhenverlust im Geradeausflug. Den ein oder anderen Bart nehmen wir mit. Bei Gerstetten bin ich dann aber runter bis auf 400 Meter über Grund. Ich drehe den Flugplatz dort in meinen Rechner. Ok – den zu erreichen wäre kein Problem. Der Bart über Gerstetten ist zerrupft und schwach. So kämpfe ich mich mühsam auf 600 Meter hoch und brauche dafür geschlagene 12 Minuten. Ab zur nächsten  Wolke – vielleicht geht es da besser. Auf dem kurzen Weg dahin sind 300 Meter wieder weg. Irgendwie nicht mein Tag. Der Duo ist Richtung Albstadt vorgeflogen. In der Richtung geht es nicht besser und die Beiden müssen den Motor ziehen, um wieder Höhe zu gewinnen. Das ist für mich irgendwie der Knackpunkt dieses Fluges. Ich erkurbele mir wieder sehr mühsam knapp 200 Meter und kann den Flugplatz in Aalen damit erreichen. Also entscheide ich zurückzufliegen. Eben irgendwie nicht mein Tag. Eine Stunde und zwanzig Minuten nach dem Start lande ich kurz in Aalen.

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Außer mir noch keiner zurück. Na Klasse! Also entschließe ich mich noch mal für einen Schlepp. Ein bissel mehr Spaß muss heute noch sein. Oben angekommen das gleiche Spiel. Es geht erstmal nur runter. Ich finde einen ersten Bart 300 Meter über Platzhöhe. Da ich Nähe des Platzes bin also kein Risiko. 500 Meter Höhengewinn in 7 Minuten – schon mal ok bei den Bedingungen. Nochmal Richtung Heidesheim – aber da stehen wirklich nur schwache Bärte. Also zurück Richtung Platz. Am Platz vorbei Richtung Nordost steht ein Bart unter einer Richtung schwarzen Wolkenbasis. Diesmal 800 Meter in 10 Minuten. Das hat echt Spaß gemacht. Direkt unter der Basis ging es heute richtig gut. Das wäre das Rezept für den ersten Flug gewesen. Sobald zwischen Wolkenbasis und Flieger mehr als 300 Meter Höhenunterschied lagen, war es schwierig. Nach etwas über einer Stunde lande ich dann und oute mich bei der Landung als „Spätausfahrer“ (Insider wissen, was ich meine).  Felix ist auch da. Aber weit weg war er auch nicht.

Resümee des Tages: Auch bei schwierigen Bedingungen ab in den Flieger, rauf und ausprobieren was geht. Dazulernen und wenn möglich schauen, was die Anderen machen. In so weit war auch dieser Tag heute ein lehrreicher und schöner Tag. Zweieinhalb Stunden geflogen – knapp 120 Kilometer zurückgelegt.

Die Überraschung des Tages sollte aber erst noch kommen. Als ich auf dem Parkplatz bei der Gaststätte parke, die Tür öffne und mein Flugbuch schreiben will, kommen hastige Schritte meinem Auto näher und —— meine große Tochter steht da und begrüßt und drückt mich. Was für eine tolle Überraschung. Katharina ist mit Chris auf dem Weg nach Augsburg einfach mal so am Flugplatz vorbeizukommen um Papa zu sehen…… Wir trinken was zusammen und die Beiden fahren wieder weiter ….. Der Abend beschließt sich in fröhlicher Runde auf der Terrasse der Gaststätte…..

Schlaf gut und friedlich Deutschland – gute Nacht – mal sehen, was der morgige Tag bringt

Tag 14 – 167 km und fast 3 Stunden im Einsitzer

Die Pause hat gut getan – aber heute muss ich wieder rauf. „the  same procedure as every morning“ – bis der Flieger dann am Start steht.

Herry und Felix stehen in der Startreihe neben mir und Herry  meint zu uns Beiden „Fliegt doch zusammen!“. Pläne werden überlegt, wieder  verworfen, Regenschauer stehen im Westen. Im Norden sehen die Wolken besser  aus. „Schaut hat mal, wo es geht!“. Aber es sollte anders kommen. Ich bin bis  in die Haarspitzen aufgeregt. Bei solchem Wolkenbild vom Platz wegfliegen?  Würde ich zu Hause nie tun!

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Zuerst wird Felix in der ASW 19, dann Herry mit einem Vereinskollegen im Duo hochgeschleppt. Schon während des Schlepps werde ich  heute das erste Mal nass. Das kann ja heiter werden. Etwa 700 Meter über dem Platz  klinke ich aus. Erkurbele mir weitere 300 Meter. ASW 19 und Duo sind bei mir  und wir schalten auf unsere Babbelfrequenz – Abflug Richtung Norden im Trio!  Wir wollen noch Höhe machen, bevor es weiter geht. Erst der zweite Bart bringt  brauchbare Steigwerte. Bei 1700 Meter AMSL fliegen wir ab. Die beiden Anderen  sind gut 100 Meter höher als ich. Ich fliege brav hinterher – kann gut  mithalten. Es geht Richtung Ellwangen zur A7. Bis Ellenberg legen wir fast 10  km im Geradeausflug zurück. Höhenverlust dabei fast 500 Meter. Etwas viel denke  ich. Der Aufwind geht mäßig, also fliegt Herry vor und findet besseres Steigen.  Ich fliege nach und geht es wieder rauf auf 1500 Meter AMSL – Abflug Richtung  Autobahnkreuz Feuchtwangen. Kaum Höhenverlust! Wir finden eine gute tragende  Linie und fliegen direkt weiter Richtung Lichtenau. Bei Herrieden nehmen wir  kurz 200 Meter in einem schönen Aufwind mit und wieder weiter. Wir halten uns  etwas südlicher. Im nächsten Bart vermassele ich es und schiebe eher eine Null.  Egal – weiter. Bei Wolframs-Eschenbach bin ich bis auf 950 Meter runter. Gott  sei Dank steht dort ein zwar mäßiger aber recht stabiler Aufwind. Die Beiden  parken weit über mehr und ich kämpfe mich wieder hinauf. 1500 Meter AMSL –  weiter gehen kann es. Bei Lichtenau stehen dann gute 2,5 m/s und schwupps sind  es 1800 Meter AMSL. Bei „Sachsen bei Ansbach“ wenden wir. Ich bin über 63 km  vom Heimatflugplatz weg. Alleine im Einsitzer. Soweit war ich allein noch nie  draußen. Aber ich zweifle keinen Moment daran, dass ich nicht wieder zum Platz  zurückkomme. Es ist anstrengend, aber macht riesig Spaß.

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Bis Weiltingen geht es gut weiter. Wir harmonieren als Team hervorragend. Das gemeinsame Kurbeln klappt gut und macht Spaß. Das Vorfliegen  ist grandios. Ein Duo und eine ASW 19 vor mir. Mal etwas höher als ich, mal  fast auf gleicher Höhe. (Aber meist, „höher als ich“!). Als wir aus 1250 Meter  AMSL runter sind, finden Felix und ich nur einen „Nullschieber“. Herry hat deutlich  mehr Höhe und fliegt vor und findet bei Fremdingen einen Bart. Zwischenzeitlich  bin ich bis 900 Meter runter und meine Ankunftshöhe für Aalen steht bei „minus  220“ Meter. Ich bin noch 25 km vom Platz entfernt. Wenn es jetzt nicht mehr  rauf geht, dann muss ich in Bopfingen landen. Das ist der Plan B!

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Aber es läuft. 300 Meter bringt der Bart. Das ist immer noch  knapp, aber unterwegs findet sich sicher noch was. Bei Unterschneidheim geht  auch noch was. Fast 1300 Meter AMSL und noch 20 km Strecke, die vor mir liegen.  Das sollte genügen. Meine Ankunftshöhe liegt nun bei etwas über 200 Meter. Also  – Endanflugshöhe erreicht und ab nach Hause. Unterwegs finde ich gute tragende  Linien. Westlich des Platzes sehe ich eine riesig breite Regenwand stehen. Ich  funke Aalen an und frage nach dem Wetter am Platz. Noch regnet es dort nicht.  Ich sehe den Platz. Über Funk hat sich eine Transall zur Landung gemeldet. ??? –  Bitte was? Ich fliege doch Aalen an und nicht Frankfurt oder so was. In der  Tat. Ich gehe in den Gegenanflug und mir kommt eine Transall im Endanflug
entgegen. Wie krass ist das denn. Ich verlängere den Gegenanflug etwas, drehe  ein und mache eine schöne lange Landung auf der Graspiste. Die Transall steht  am Ende der Asphaltbahn. Wow – wann ist man bei der Landung schon mal „Nummer 2“  nach einer Transall.

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Felix ist schon vor mir gelandet und steht etwas weiter  rechts auf der Bahn. Ich kann kaum beschreiben, wie ich mich gefühlt habe,  steige aus und muss den jungen Kerl erstmal umarmen. Einen wahnsinns tollen Flug hatten wir und ich so dankbar für diesen ersten Streckenflug von fast 3
Stunden – alleine in diesem tollen Discus b!

Der Duo ist noch oben als die Regenwand den Platz erreicht.  Mann o mann regnet das runter. Gut, dass ich schon unten bin, denke ich. Als  der Regen dann aufgehört hat, kommt auch der Duo rein. Die Beiden hatten  ebenfalls eine Menge Spaß. Das Team hat klasse und sehr diszipliniert zusammen  gearbeitet. Wir waren immer zusammen geblieben, haben uns nie aus den Augen  verloren – von den Endanflügen mal abgesehen.

Wir machen die Flieger trocken, bauen ab, lesen die Flüge  aus und fahren zur Flugplatzgaststätte. Dort schauen wir uns gemeinsam in „SeeYou“  unsere Flüge an. Herry kommentiert und gibt Tipps und Hinweise, was wir wo  hätten besser machen können und auch was gut geklappt hat.

Es hat sich echt gelohnt, bei diesem diffusen Tag aufzubauen  und zu fliegen. Fast 3 Stunden bin ich geflogen – wie die Zeit vergangen ist,  habe ich überhaupt nicht mitbekommen. 167 Kilometer mit einer Schnittgeschwindigkeit von 60 km/h. Das macht echt Laune auf mehr!

Die Frauen des Apus e.V. haben wir den Abend gekocht. Und  ich dachte schon, der Flug wäre alleine der Höhe des Tages. Weit gefehlt!  Fisch, Kartoffeln, Quark und Ratatouille – tolle Gespräche und Geschichten –  eine ganz tolle Atmosphäre – und zum Nachtisch Vanilleeis mit heißen Himbeeren.  Und als wäre das noch nicht genug, noch eine Käseplatte. Manchmal ist  Frankreich eben auf der schwäbischen Alb. Danke Euch Allen für diesen  wundervollen Tag!

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Schlaf gut und friedlich Deutschland – gute Nacht – Morgen geht es weiter

Tag 13 – Flugpause und Besuch des Geburtsortes des Discus, den ich gerade fliegen darf

Heute ist mal Flugpause, obwohl das Wetter gar nicht so schlecht war. Der Kopf muss mal etwas Anderes sehen. Heribert hatte bei Schempp-Hirth angefragt, ob wir mit einer Gruppe Kirchheim kommen können. Kurz nach 9 sind wir am Flugplatz losgefahren.  Nach etwas mehr als einer Stunde kommen wir dort an. Hier soll das sein? In einem Wohngebiet. Heribert biegt die Straße rein und am Ende sehe ich rechts eine lange Halle stehen. Ok, denke ich. Hat Herry ja schon irgendwie angekündigt. „Jürgen, Du wirst Dich wundern!“ – so war es auch.

Drei recht alte kleinere Hallen. Aber genau hier entstehen Flieger wie ein Arcus M, Duo Discus XL, Discus 2 und Ventus 2 – und natürlich deren Vorgänger. Herry geht Flieger bestellen und für uns kommt Jemand aus der Verwaltung zur Führung.  Erste Station ist die Herstellung der Flügel. Riesige Formen aus Metall, in die unterschiedliche Flügellagen samt des dazugehörigen Innenlebens von Mitarbeitern per Hand hineingearbeitet werden. Etwa eine Woche wird hier gearbeitet, bis alle Lagen drin sind und die beiden Flügelteile samt Ruder für 18 Stunden in einer Wärmekammer miteinander verklebt werden. Die Rümpfe werden an einem anderen Standort gefertigt, bekommen wir erklärt.  Weiter hinten in der Halle ist eine Form aus blauen Werkstoffen. Mit dieser Form können nur ca. 15 Flügel hergestellt werden. Dafür sind noch Korrekturen an der Form möglich. Es ist die Form für die neuen Flügel des kommenden Ventus 3. Prototyping – erst wenn Alles passt, werden dann die dauerhaft verwendbaren Formen hergestellt.  In der nächsten Halle werden Rümpfe und Flügel geschliffen und Haubenrohlinge ín die Haubenrahmen eingearbeitet. Von 200er bis 8000er Schleifpapier kommt hier so ziemlich Alles zum Einsatz. Wahnsinn, wie viel Arbeitsstunden in so einen Flieger reinfließen. Eine Lackierkammer noch und dann geht es zur Endmontage.

Hier sieht es schon nach Segelflugzeug aus. Mehrere Arcus-Rümpfe stehen hier, nebst Flügel und Höhenruder. Motoren, vorbereitet für den Einbau. Weiter hinten steht ein Discus 2 mit FES-System. Mein Gott sind die Propeller klein. Aber damit steigt der Flieger bis 1,7 m/s – sagt man.  Und was steht denn da? Ja genau – die Rümpfe zweier Ventus 3 Prototypen. Die sind gestern auf der Hahnweide geflogen. Echt nicht wahr – so nah an Prototypen….. Mega! Die Mitarbeiter sind alle sehr nett und geben bereitwillig auf unsere Fragen Auskunft. Bilder dürfen leider keine gemacht werden.
Nach knapp 90 Minuten sind wir durch, fahren noch zur Hahnweide einen Kaffee trinken. Dort treffe ich dann sogar noch einen Vereinskameraden auf dem Weg in den Süden – gibt’s ja gar nicht. Und dann geht es auch schon zurück. Rest des Tages relaxen und mal schauen was die kommenden Tage noch so bringen.

Einen schönen Abend noch Deutschland – bis Morgen