Tag 3 – zweiter Streckenflug

Ich habe geschlafen wie ein Stein. Da heute Frühstück in der Flugplatzgaststätte stattfindet, habe ich etwas mehr Zeit alles zu richten und mich fertig zu machen.

Nach üppigem Frühstück findet im Briefingraum die Einteilung in Teams statt. Die Trainer stellen sich vor und wir uns auch. Wie ich es mir gedacht hatte. Ich bin der fliegerische Frischling in der Gruppe! Natürlich fliege ich beim Team „Heribert“ und auch wieder mit dem Duo Discus XLT. Unser Mitflieger ein total netter und auch witziger Typ. Ich bin gespannt wie das wohl ist, wenn noch ein Flieger mitfliegt – aber es sollte anders kommen. Aber der Reihe nach.

Unser Gruppenmeteorologe gibt Infos zum Wetter. Es kumuliert schon recht früh und die Vorhersage von Top-Meteo und dem DWD scheint so doch nicht einzutreffen. Es gilt also der alte Spruch „Nach dem Einholen von Wetterinformationen lohnt sich immer auch der reale Blick nach draußen. Zügig brechen wir auf zum Abstellplatz und ich richte mit Heribert den Flieger her. Alles geht mir jetzt schon recht zügig und routiniert von der Hand, so dass wir recht bald fertig sind. Heute will ich im Flieger auch mein iGlide mal ausprobieren und montiere auch die Kamera.

Am Start ist heute noch mehr los als gestern. Wir stellen uns so auf, dass die eingeteilten Teams hintereinander starten können und sich dann oben auch schneller zusammenfinden können. Da wir wieder über 10 Flieger vor uns stehen haben, ist ausreichend Zeit die optimale Kameraposition zu finden und auch einen guten Platz für mein iPhone.

Schneller als erwartet stehen wir vorne, werden eingeklinkt und los geht es. Wie auch gestern wird ein ruhiger Start. Der Propellerwirbel des Schleppflugzeugs drückt kräftig auf die rechte Fläche so dass ich heftig Querruder geben muss – aber alles nichts wirklich Neues. Auf 1200 Meter AMSL klinke ich aus und der erste mäßige Bart bringt uns 100 Meter. Über Steinweiler, Auernheim
geht es südlich von Neresheim Richtung Osten. Kurz hinter Mauren unterschreiten wir die 1000 Meter AMSL Höhe und es soll noch weiter runtergehen. Bei Harburg sind es dann noch 300 Meter über Grund. Aber Dank Heriberts Kurbelkünsten und seiner Ruhe graben wir uns auch dort wieder aus. Ich habe schon gedacht, jetzt muss es die Heimkehrhilfe richten. Aber nein, alles nochmal gut gegangen. Steinbruch und Waldkante sind unsere Retter. Vielen Dank lieber Steinbruch!!! 

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Wir fliegen dort ab, aber es will doch nicht so richtig hoch gehen. Also nochmal zurück, etwas Höhe tanken und dann weiter östlich an Harburg vorbei und da steht ein Bart, der uns über die 1400 Meter bringt. Richtung Heidenheim stehen immer wieder gute Bärte, so dass wir angenehm in einem Band
zwischen 1200 und 1700 Meter fliegen können. Wir fliegen weiter zur Albkante und über Schwäbisch Gmünd an der Kante weiter Richtung Aalen. Dort finden wir einen Bart, der uns auf 1900 Meter bringt. Ab da können wir wieder Strecke machen. Ich finde gute Linien unter den Wolken, kann die Höhe im Geradeausflug halten, immer wieder auch mal dabei steigen. Zwei kleiner Bärte noch und dann Endanflug auf den Flugplatz. Nach einem megalangen Endanflug von fast 5 Kilometer setzen wir ähnlich sanft und lang auf. Fast 4 Stunden sind seit dem Start vergangen und ich bin überglücklich und sehr dankbar, so einen tollen Flug mit Heribert erlebt zu haben.

Schauen wir mal, was der morgige Tag bringt.

Gute Nacht Deutschland – Bis Morgen